Die Anwesenheit in der Abwesenheit

 

Bild 6 «Mathilde Weimann zeigt die Stelle, wo der Tresor stand und jetzt ein Loch klafft»
Bild 6 «Mathilde Weimann zeigt die Stelle, wo der Tresor stand und jetzt ein Loch klafft»

Abwesenheit wird im Allgemeinen als Zustand des Fehlens einer Sache oder Person bezeichnet. Im Zeigerpointer Bild 6 zeigt Mathilde Weimann auf die Stelle, an der ihr Tresor Stand und an dessen Stelle sich nun ein Loch befindet.

Der Tresor ist nun weg, zumindest in seiner physischen Form, doch für Frau Weimann war und ist er sicher noch zugegen. Sie weiß noch, wie er aussieht, wie er sich anfühlt und welche Geräusche er macht. Für sie ist er in gewisser Weiße noch da, zumindest in ihren Gedanken. Vermutlich denken auch Sie während des Lesens dieses Artikels über den Tresor nach, welche Größe er hatte und welche Farbe. Es ist nämlich unmöglich, über das Abwesende zu sprechen, da im selben Moment, da man über dieses etwas aussagt, es wieder präsent wird. Abwesenheit wird so zu etwas Relativem. Nichts ist komplett verschwunden.

Hier gibt es nichts zu sehen – Der Zeigerpointer

 

Florence Slatkin, with her dog Paco, points to the spot where she and a friend discovered a dead bear cub Monday in New York's Central Park, Tuesday, Oct. 7, 2014. Slatkin, a longtime resident of the Upper West Side, said that they were leaving the park when her friend's terrier spotted something near a bicycle lying on the ground. The cub's head was on top of the back bicycle wheel, Slatkin said. (AP Photo/Richard Drew)

Als Zeigerpointer bezeichnet man inszenierte Bilder innerhalb einer printmedialen Berichterstattung. Die Augenzeugen der Vorkommnisse deuten dabei mit einer Zeigegeste auf den Ort des Geschehens, der zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits von allen Spuren der Vorkommnisse befreit ist. Um die wunderbare Absurdität der Zeigerpointer für alle Menschen zu bewahren, konservieren Sie gefundene Zeigerpointer in Form einer Datei und laden Sie diese auf http://www.monochrom.at/zeigerpointer/send.html hoch. Danke.